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Was bedeuten die Resultate? Was empfehlen die Verantwortlichen der Studie?

Betreuende Angehörige von Menschen mit Rückenmarksverletzungen zeigen sich als eine relativ zufriedene Gruppe, die sich selber gut arrangieren kann. Sie tritt selten öffentlich in Erscheinung oder macht auf sich aufmerksam. In Statistiken taucht diese Gruppe kaum auf. „Die meisten Leute sehen nur die pflegebedürftige Person, aber nicht, was alles dahinter steckt“, fasst Alexandra ihre Lage zusammen.

Hohe Kompetenz, wenig öffentliche Anerkennung

Betreuende Angehörige zeichnen sich durch eine ausserordentliche Kompetenz aus, was die Pflege der querschnittgelähmten Person anbelangt. Sie eignen sich innerhalb kurzer Zeit ein grosses Wissen zur Pflege an. Der Grad ihrer Professionalisierung ist sehr hoch und es ist nur schwer möglich, diesen zu ersetzen. Diese Leistungserbringung entlastet die Gesundheits- und Sozialversicherungen erheblich, wird aber öffentlich wenig anerkannt.

Direkte finanzielle Entschädigung

Aufgabe der Politik sollte es sein, die Anerkennung dieser Gruppe zu fördern. Die Studienverantwortlichen schlagen eine direkte finanzielle Entschädigung vor, da die Angehörigen so selber die für sie notwendigen Entlastungsmassnahmen treffen könnten. Dies könne beispielsweise über die Ausweitung des Assistenzbeitrages* auf Angehörige funktionieren. Zudem sollten Versicherte aller Versicherungsformen anspruchsberechtigt sein.

Eine Vereinfachung und Vereinheitlichung im Versicherungswesen sollte auch aus Alexandras Sicht eine zentrale Aufgabe der Politik sein: „Krankheiten und Unfälle sollten gleich behandelt werden. Und wer als Angehöriger pflegerisch tätig sein möchte, sollte auch entsprechend finanziell unterstützt werden. Die Familien tragen genügend Last und sollten sich nicht noch um das Finanzielle Sorgen machen.

* Mit dem Assistenzbeitrag wird in erster Linie die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung von Personen gefördert, die eine Hilflosenentschädigung beziehen, auf regelmässige Hilfe angewiesen sind, aber zuhause leben möchten. Der Beitrag ermöglicht ihnen, eine Person einzustellen, welche die erforderlichen Hilfeleistungen zuhause erbringt.

Unterstützungsarbeit sichtbar machen

Die Studienverantwortlichen empfehlen zudem, dass sich betreuende Angehörige über ein Zertifizierungsprogramm mit ihren Tätigkeiten und Fähigkeiten registrieren. So könne ihre Arbeit sichtbar gemacht und ihre Stellung gegenüber bezahlten Anbietern verbessert werden. Die Qualität der häuslichen Pflegeunterstützung liesse sich so nachhaltig sicherstellen.

Tags: Pflege Querschnittlähmung, Angehörige

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