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Newsletter

Der SwiSCI Newsletter erscheint zweimal pro Jahr und ist kostenfrei. Er beinhaltet Neuigkeiten aus dem Studienzentrum, Informationen zum Verlauf und zu den Ergebnissen der Studie sowie Mitteilungen über Kollaborationsprojekte. Sie können den Newsletter auf dieser Seite ausführlich lesen oder in einer gekürzten Version als PDF downloaden.
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SwiSCI Newsletter zum Download

Ausgabe 01/2018: Harnwegsinfektionen - Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
Ausgabe 02/2017
: Schmerzen - ein zentrales Problem bei Querschnittlähmung
Ausgabe 01/2017
: Mobil sein mit den passenden Hilfsmitteln
Ausgabe 02/2016
: Die SwiSCI-Befragung 2017 - Zweite gesamtschweizerische Umfrage der Swiss Spinal Cord Injury Cohort Study
Ausgabe 01/2016
: Wieviel Bewegung ist gesund? Was empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation?
Ausgabe 02/2015
: Barrierefreiheit in der Schweiz
Ausgabe 01/2015: Gesundheitsverhalten: Ernährung & Sport
Ausgabe 02/2014: Wissenschaft unter der Lupe. Wie funktioniert SwiSCI als Forschungsplattform?
Ausgabe 01/2014: Lebenszufriedenheit nach Querschnittlähmung
Ausgabe 02/2013: Arbeitsstress und Arbeitsmarktbeteiligung
Ausgabe 01/2013: Erste Auswertung der SwiSCI Umfrage

Aktuelle Newsletterausgabe: Harnwegsinfektionen - Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Liebe Leserin, lieber Leser

An der Universitätsklinik Balgrist behandeln wir täglich Patienten, die aufgrund ihrer Schädigung am Rückenmark an einer Störung ihrer Blasenfunktion leiden. Diese Störung tritt durch die Unterbrechung der Nervenbahnen zwischen Gehirn und Blase ein. Sie ist eine nahezu unvermeidbare Folge einer Rückenmarksverletzung. Auch Harnwegsinfektionen resultieren daraus und sind eine der häufigsten Komplikationen.

Die Diagnostik- und Therapiemethoden der Neuro-Urologie haben sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert. So können wir eine sekundäre Schädigung von Harnblase und Niere weitgehend verhindern. Die Lebenserwartung querschnittgelähmter Menschen ist dadurch erheblich gestiegen.

Als SwiSCI Kollaborationspartner gehen wir nun einem neuartigen Ansatz nach: Wir möchten erreichen, dass die natürliche Blasenfunktion erhalten bleibt – trotz Rückenmarksschädigung. In den kommenden Jahren werden wir testen, ob dies durch eine elektrische Stimulation der Nerven möglich ist. Dies würde der Neuro-Urologie einen neuen Horizont eröffnen und das Blasenmanagement vieler Patienten erleichtern.

Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie SwiSCI als Forschungsplattform funktioniert: Die erhobenen Daten geben uns Auskunft darüber, wo die gravierendsten Probleme rückenmarksverletzter Menschen liegen. Genau diese Bereiche können wir in den SwiSCI Projekten vertiefen. In Zusammenarbeit aller SwiSCI Partner suchen wir nach Lösungen, die einen hohen Nutzen für die Betroffenen haben.

Auf den nächsten Seiten informieren wir Sie zu SwiSCI Projekten aus dem Bereich der Neuro-Urologie. Sie erfahren ausserdem, wie man Harnwegsinfektionen vorbeugen kann, erkennt und behandelt. Lesen Sie dazu das Interview mit unserem Neuro-Urologie Experten Prof. Dr. Thomas Kessler.

Ich wünsche Ihnen einen gesunden Sommer!
Mit herzlichen Grüssen

Martin Schubert

Martin Schubert

Leitender Arzt Neurologie Universitätsklinik Balgrist

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Harnwegsinfektionen: eine (un)- vermeidbare Komplikation bei Querschnittlähmung?

Harnwegsinfektionen sind eine der häufigsten Komplikationen bei einer Rückenmarksverletzung: 59% der Betroffenen leiden darunter [1]. Hauptursache sind Bakterien aus dem Darm, die aus der Umgebung der Harnröhrenöffnung in die Harnröhre und die Blase aufsteigen. Bei schweren Infektionen steigt die Infektion weiter in die Harnleiter bis in das Nierenbecken.

Häufig wiederkehrende Infektionen können die Lebensqualität Betroffener immens herabsetzen, so wie bei dieser Teilnehmerin einer Online Community: : „Ich katheterisiere täglich 3 bis 4 mal, achte dabei auch auf Sauberkeit und dass alles steril ist, trotzdem bekomme ich ca. alle 3 bis 4 Wochen aufs Neue eine Harnwegsinfektion. Gehe dann zur Urologin, die eine Kultur der Bakterien anlegt und mir dann ein Antibiotikum verschreibt. Nun ist es so, dass die Medikamente nicht mehr richtig anschlagen, und ich kaum noch ohne Infektionen bin.“[2]

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Forschung zur Neuromodulation – Eine zukünftig bahnbrechende Methode zur Erhaltung der Blasenfunktion?

Bei einem gesunden Menschen wird die Blasenentleerung durch Nervenbahnen gesteuert, die ihren Ursprung im Gehirn und Rückenmark haben. Die Nervenbahnen reagieren eng verzahnt und sind durch eine Reihe von Reflexbögen verbunden. Kommt es zu einer Rückenmarksverletzung, ist diese feine Steuerung der Reflexe jedoch unterbrochen.

Die daraus folgende „Blasenfunktionsstörung“ kann dann zu einem gestörten oder fehlenden Gefühl für die Blasenfüllung, zu einer fehlenden oder unvollständigen Blasenentleerung, sowie zu Harninkontinenz führen. Ohne sofortige urologische Massnahmen wird die Harnblase überdehnt und es drohen Infektionen bis hin zu Nierenversagen.

Dieses zentrale Problem greift nun ein vielversprechendes SNF-gefördertes Projekt der SwiSCI Studie auf. Unter der Leitung des Neuro-Urologen Prof. Dr. Thomas Kessler der Universitätsklinik Balgrist, in Zusammenarbeit mit den vier Paraplegikerzentren sowie der Schweizer Paraplegiker-Forschung (SPF) untersuchen Wissenschaftler, ob sich die irreversible Schädigung der Blasenfunktion von vornherein vermeiden lässt.

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„Einen riesigen Schritt vorwärts“ - Interview mit Prof. Dr. Thomas Kessler, Initiator und Leiter des Projektes zur Neuromodulation

Thomas Kessler

Thomas Kessler

Thomas Kessler ist Leiter der Neuro-Urologie an der Universitätsklinik Balgrist und Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.

Herr Kessler, falls Ihre Studie zeigt, dass man die Blasenfunktion bei Rückenmarksverletzten durch Neuromodulation weitgehend erhalten kann, welche Bedeutung hätte dies zukünftig für Betroffene?

Blasenfunktionsstörungen gehören zu den wichtigsten Problemen mit denen Patienten mit Rückenmarksverletzung zu kämpfen haben. Oft führen Blasenfunktionsstörungen infolge Rückenmarksverletzung zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität und zu einer Gefährdung der Nierenfunktion, so dass eine lebenslange urologische Betreuung und meist auch Therapie nötig ist. Wenn wir diese Problematik verbessern können, dann haben wir für unsere Patienten einen riesigen Schritt vorwärts gemacht!

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Wie erkenne ich eine Harnwegsinfektion?

Eine bakterielle Entzündung der Harnwege kann sich sehr unterschiedlich stark bemerkbar machen. Symptome sind:

  • Trüber, dicker Urin
  • Übelriechender Urin
  • Blut im Urin
  • Vermehrtes Harnlassen von geringen Mengen
  • Brennen beim Harnlassen
  • Neu aufgetretener / verstärkter Urinverlust
  • Schmerzen im unteren Bauchbereich
  • Flankenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Bei Dauerkatheter: Auslaufen um den Katheter herum
  • Erhöhte Temperatur
  • Anstieg der Muskelspastik, Schweissausbrüche, Schüttelfrost

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Wie kann ich einer Harnwegsinfektion vorbeugen?

Harnwegsinfektionen können durch vorbeugende Massnahmen [1] begrenzt werden. Dazu gehören:

  • Viel trinken: Den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, gewährleistet eine optimale Funktion aller Abläufe. Außerdem wird so die Blase regelmäßig durchgespült. Bevorzugen sollte man Wasser als Getränk.

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Verbessertes Versorgungsangebot beim Hausarzt – Ein neues Projekt mit Modellcharakter

Querschnittgelähmte leiden häufig an begleitenden Komplikationen aufgrund ihrer Rückenmarksverletzung. Neben Blaseninfekten (59% der Betroffenen) gehören Schlafstörungen (58%), Kontrakturen (51%) und Druckstellen (35%) zu den häufigsten Begleiterkrankungen [1].

Betroffene gehen deshalb doppelt so häufig zum Hausarzt wie die Gesamtbevölkerung [2]. Dies verlangt von den Hausärzten ein vertieftes Wissen in medizinischen Problemen der Paraplegiologie und einen guten Austausch mit Spezialisten aus Querschnittszentren.

Ein neues Projekt an der Schweizer Paraplegiker-Forschung möchte die Basis für einen Fortschritt der hausärztlichen Versorgung für Querschnittgelähmte legen: Das Modell soll die rückenmarksspezifische Versorgung in Hausarztpraxen integrieren und eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Spezialisten und Hausärzten fördern.

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Kurzgefasst

Wer hats gewonnen? IPad Verlosung unter den Teilnehmern der SwiSCI Befragung 2017

Alle Personen, die an der SwiSCI Befragung 2017 teilgenommen haben und beide Fragebögen ausgefüllt haben, sind auch Teilnehmer unserer Verlosung von 3 attraktiven iPads 9.7. Die Ziehung erfolgte nach dem Abschluss der Datenerhebung. Die Personen wurden bereits benachrichtigt. Wir wünschen den Gewinnern viel Freude mit den Geräten!

Besuchen Sie uns auf der Rollivision!

Am 23. Juni ist es wieder soweit: Die grösste Messe für Rollstuhlfahrer in der Schweiz, die „Rollivision“, findet wieder statt. Besucher erfahren an zahlreichen Ständen alles über aktuelle Produkte und Dienstleistungen auf dem Hilfsmittelmarkt. Neu können Sie sich ab diesem Jahr auch in der Vortragsreihe „Rollivision Forum“ über spannende Entwicklungen informieren. Bei einem bunten Programm finden auch Familien mit Kindern Spass und Unterhaltung.

Auch wir vom SwiSCI Team freuen uns, Sie an unserem Stand und bei unserem Vortrag zu begrüssen. Wir informieren Sie gerne über die verschiedenen SwiSCI Studien, Resultate und Projekte. Zudem erfahren Sie, was die neue „Online Community“ www.community.paraplegie.ch bietet und können sich direkt über aktuelle Themen informieren, die in der Community diskutiert werden.
Kommen Sie vorbei!

Auswahl wissenschaftlicher Publikationen

Hat der Wohnort einen Einfluss auf finanzielle Not?

SwiSCI Resultate zeigen, dass der Wohnkanton einen Einfluss auf die finanzielle Lage querschnittgelähmter Menschen hat. So haben Betroffene vor allem in den französischsprachigen Kantonen ein höheres Risiko für finanzielle Not. Die Autoren vermuten eine Zusammenhang mit den unterschiedlichen kantonalen Regulationen, wie beispielsweise im Versicherungs-, Steuer- und Sozialwesen.

Pacheco Barzallo D: Health Inequalities: The Place of Residence as a determinant of Financial Hardship. Eingereicht zur Veröffentlichung.

Welche Faktoren motivieren zur Vorbeugung von Dekubitus?

Empfohlene Massnahmen zur Vorbeugung von Druckstellen und Dekubitus werden von Personen mit einer Querschnittlähmung oft nicht regelmässig durchgeführt. Die Studie hat untersucht, ob ein stärkeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten die regelmässige Durchführung von Vorbeugungsmassnahmen verbessert. Die Studienresultate können diese sogenannte „Selbstwirksamkeit“ nicht bestätigen. Sie weisen jedoch eine positive Auswirkung auf das Präventionsverhalten nach, wenn Querschnittgelähmte in ihrem Alltag von Personen im selben Haushalt oder von externen Hilfsdiensten unterstützt werden.

Hug K, Stumm C, Debecker I, Fellinghauer CS, Peter C, Hund-Georgiadis M: Self-efficacy and Pressure Ulcer Prevention after Spinal Cord Injury - Results from a Nationwide Community Survey in Switzerland (SwiSCI). PM&R (2017), doi: 10.1016/j.pmrj.2017.11.017.

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