SwiSCI-Host | SPF
SwiSCI-Host | SPS

SwiSCI

SwiSCI - Harnwegsinfektion

„Einen riesigen Schritt vorwärts“ - Interview mit Prof. Dr. Thomas Kessler, Initiator und Leiter des Projektes zur Neuromodulation

Thomas Kessler

Thomas Kessler

Thomas Kessler ist Leiter der Neuro-Urologie an der Universitätsklinik Balgrist und Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.

Herr Kessler, falls Ihre Studie zeigt, dass man die Blasenfunktion bei Rückenmarksverletzten durch Neuromodulation weitgehend erhalten kann, welche Bedeutung hätte dies zukünftig für Betroffene?

Blasenfunktionsstörungen gehören zu den wichtigsten Problemen mit denen Patienten mit Rückenmarksverletzung zu kämpfen haben. Oft führen Blasenfunktionsstörungen infolge Rückenmarksverletzung zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität und zu einer Gefährdung der Nierenfunktion, so dass eine lebenslange urologische Betreuung und meist auch Therapie nötig ist. Wenn wir diese Problematik verbessern können, dann haben wir für unsere Patienten einen riesigen Schritt vorwärts gemacht!

Harnwegsinfektionen: eine (un)- vermeidbare Komplikation bei Querschnittlähmung?

Harnwegsinfektionen sind eine der häufigsten Komplikationen bei einer Rückenmarksverletzung: 59% der Betroffenen leiden darunter [1]. Hauptursache sind Bakterien aus dem Darm, die aus der Umgebung der Harnröhrenöffnung in die Harnröhre und die Blase aufsteigen. Bei schweren Infektionen steigt die Infektion weiter in die Harnleiter bis in das Nierenbecken.

Häufig wiederkehrende Infektionen können die Lebensqualität Betroffener immens herabsetzen, so wie bei dieser Teilnehmerin einer Online Community: : „Ich katheterisiere täglich 3 bis 4 mal, achte dabei auch auf Sauberkeit und dass alles steril ist, trotzdem bekomme ich ca. alle 3 bis 4 Wochen aufs Neue eine Harnwegsinfektion. Gehe dann zur Urologin, die eine Kultur der Bakterien anlegt und mir dann ein Antibiotikum verschreibt. Nun ist es so, dass die Medikamente nicht mehr richtig anschlagen, und ich kaum noch ohne Infektionen bin.“[2]

Wie erkenne ich eine Harnwegsinfektion?

Eine bakterielle Entzündung der Harnwege kann sich sehr unterschiedlich stark bemerkbar machen. Symptome sind:

  • Trüber, dicker Urin
  • Übelriechender Urin
  • Blut im Urin
  • Vermehrtes Harnlassen von geringen Mengen
  • Brennen beim Harnlassen
  • Neu aufgetretener / verstärkter Urinverlust
  • Schmerzen im unteren Bauchbereich
  • Flankenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Bei Dauerkatheter: Auslaufen um den Katheter herum
  • Erhöhte Temperatur
  • Anstieg der Muskelspastik, Schweissausbrüche, Schüttelfrost

Wie kann ich einer Harnwegsinfektion vorbeugen?

Harnwegsinfektionen können durch vorbeugende Massnahmen [1] begrenzt werden. Dazu gehören:

  • Viel trinken: Den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, gewährleistet eine optimale Funktion aller Abläufe. Außerdem wird so die Blase regelmäßig durchgespült. Bevorzugen sollte man Wasser als Getränk.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok